Eine neue Studie der Universität Greifswald zeigt, dass die langfristige Verwendung elektrischer Zahnbürsten hilft, Zahnverlust zu vermeiden. Parodontalerkrankungen – also Erkrankungen des Zahnhalteapparats – werden so weit verlangsamt, dass den Probanden durchschnittlich rund ein Fünftel weniger Zähne verloren geht, als bei der Benutzung von herkömmlichen manuellen Zahnbürsten der Fall.

Die Studie

Die Untersuchung war Teil der groß angelegten Gesundheitsstudie »Study of Health in Pomerania« (SHIP) über die Häufigkeit populationsrelevanter Erkrankungen und deren Risikofaktoren in Ostdeutschland, besonders Vorpommern. Unter Leitung der beteiligten Wissenschaftler an der Ernst-Moritz-Arndt-Universität wurden dabei 2.819 Erwachsene zunächst im Zeitraum von 2002 bis 2006 untersucht, sowie nach jeweils sechs und dann elf Jahren erneut. Schwerpunkte waren Herz-Kreislauferkrankungen, Diabetes mellitus, Leber- und Gallenblasenerkrankungen, neurologische Erkrankungen, Schilddrüsenerkrankungen, Zahnerkrankungen, Lungenerkrankungen sowie Sucht und Risikoverhalten.

Zur Veröffentlichung gelangte die Studie unter Federführung von Vinay Pitchika, derzeit als Postdoc am Zentrum für Zahn-, Mund-, und Kieferheilkunde (ZZMK) in der Abteilung Parodontologie beschäftigt, im »Journal of Clinical Periodontology« am 22.05.2019. Die wissenschaftliche Zeitschrift für Parodontologie erscheint bei Wiley-Blackwell, ist offizielles Organ des europäischen Fachverbandes EFP und zählt mit zu den einflussreichsten im Bereich Zahnmedizin und Kieferchirurgie.

Die Ergebnisse

Ist der Mund gesund, sitzt das Zahnfleisch fest um jeden Zahn. Parodontitis, eine durch bakteriellen Zahnbelag verursachte tiefe Entzündung des Zahnfleisches, greift den Zahnhalteapparat an, was schließlich zum Zahnverlust führen kann. Insgesamt verzeichneten die Benutzer elektrischer Zahnbürsten im Verlauf der Studie 20 % weniger Zahnverlust als die übrigen Probanden. »Menschen, die bereits eine relativ gute Mundgesundheit und keine oder eine geringfügige Parodontalerkrankung haben, profitieren am meisten von der elektrischen Zahnbürste«, ergänzt Studienautor Pitchika. Die Untersuchung belegt vor allem die Langzeitwirksamkeit, woran es bisher an wissenschaftlichen Nachweisen fehlte.

Die Studie ergab Vorteile bei Zähnen, die verloren gehen, weil sie ihren festen Sitz im Gebiss einbüßen. Bei solchen, die durch Karies zerstört werden, war dagegen kein Zusammenhang zur Verwendung von elektrischen Zahnbürsten festzustellen.

Die Daten zeigen darüber hinaus, wie der Gebrauch elektrischer Zahnbürsten allgemein zunimmt. Der Anteil der Nutzer unter den Probanden stieg innerhalb des elfjährigen Beobachtungszeitraumes von 18 % auf 37 %.

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Procter & Gamble hat sich an den Personalkosten beteiligt, ohne Einfluss auf die Ausgestaltung der Studie, die Datenanalyse oder die Interpretation und Bewertung der Untersuchungsergebnisse zu nehmen. Der Konzern ist mit den Geräten seiner Marke Oral-B Marktführer im Bereich der elektrischen Rotationszahnbürsten.

Man sieht sich dort durch den Ausgang der Studie bestätigt: »Wir sind sehr froh darüber, dass unsere Bemühungen, elektrische Zahnbürsten als ein dauerhaftes Mittel zur Verbesserung der Mund- und insbesondere der Zahnfleischgesundheit zu fördern, nun auch wissenschaftlich gestützt werden. Die Studie beweist, was Ergebnisse aus über 150 klinischen Studien zuvor bereits erkennen ließen, und wird auch weiterhin dafür sorgen, dass Patienten überlegene elektrische Zahnbürsten mit oszillierend-rotierender Technologie wählen«, so Dr. Anja Carina Borer in einer Stellungnahme für das Unternehmen.

Zuletzt hatte eine Meta-Studie 2014 unter Berücksichtigung von 51 Einzeluntersuchungen mit insgesamt 4.624 Probanden ergeben, dass die elektrische Zahnreinigung kurz- wie auch langfristig Zahnbeläge und oberflächliche Zahnfleischentzündungen vermindert, im Vergleich zur herkömmlichen Putzmethode.

Weiterführend:
Übersicht der besten elektrischen Oral-B Zahnbürsten
Weitere elektrische Zahnbürsten im Test