Sich um die eigenen, perlweißen Zähne zu kümmern, ist zwar keine Zauberei, aber es passiert schnell, dass man in schlechte Angewohnheiten verfällt, die einem auf lange Sicht gesehen, im wahrsten Sinne des Wortes, Zahnschmerzen bereiten können.

Zwei Expertinnen aus New York haben uns die neuesten Erkenntnisse hinsichtlich der besten Pflege für Ihre Zähne verraten: Alice Lee, Zahnärztin und Hochschulassistentin in der Abteilung Zahnmedizin für das Montefiore Gesundheitszentrum und Alison Newgard, Zahnärztin und Hochschulassistentin für klinische Zahnheilkunde an der Columbia Universität für Zahnmedizin, geben Ihnen wichtige Hinweise darauf, was Sie alles falsch machen können.

Die 14 häufigsten Fehler rund um die Zähne

Zähneputzen und Multitasking

Gerade morgens zählt jede Minute. Deshalb ist es vielleicht verlockend, sich die Zähne unter der Dusche zu putzen oder während man die neuesten Twitter-Meldungen durchstöbert.

Jedem das Seine„, sagt Dr. Newgard, „aber ich bevorzuge Patienten, die sich vor einem Spiegel über das Waschbecken beugen. So kann man sich sicher sein, auch wirklich alle Zahnoberflächen zu erreichen. Sie putzen einfach gründlicher, wenn Sie nicht abgelenkt werden.

Besser ist, das Badezimmer erst dann zu verlassen, wenn Sie Ihren Zähnen die nötige und sorgfältige Aufmerksamkeit gewidmet haben.

Ihre Zahnbürste malträtieren

Zahnbürste

Bild: kadri poldma – Freeimages.com

Spielen Sie mit dem Gedanken, Ihre Zahnbürste in der Geschirrspülmaschine zu reinigen oder kurz in die Mikrowelle zu legen, um sie so zu desinfizieren?

Denken Sie besser noch einmal darüber nach: Obwohl wir alle schon Horrorgeschichten über bakterienverseuchte Zahnbürsten gehört haben, bestätigen Gesundheitsbehörden, dass es noch nie vorgekommen sei, dass jemand auf Grund seiner eigenen Zahnbürste erkrankt ist.

Spülen Sie Ihre Zahnbürste nach jedem Gebrauch einfach gründlich mit normalem Leitungswasser ab und lassen Sie sie an der Luft trocknen. Bewahren Sie sie dann dort auf, wo sie nicht mit anderen Zahnbürsten in Kontakt kommt. Drastischere Reinigungsmaßnahmen beschädigen, laut Gesundheitsbehörden, die Bürste und Borsten, und verfehlen vollständig ihren Zweck.

Die sozialen Medien als Zahnarzt nutzen

Das Internet steckt voller seltsamer und (scheinbar) wertvoller DIY-Tipps zur Zahnpflege, die mehr schaden können, als sie helfen. Hören Sie genau zu: Denken Sie nicht einmal daran, diese Tipps auszuprobieren.

Ich habe gehört, dass Patienten sich über Pinterest Ideen holen, wie sie ihre Zähne weißer bekommen können – indem sie z.B. mit reinen Peroxiden spülen – was natürlich absolut nicht gut für ihre Zähne ist„, sagt Dr. Newgard. „Verwenden Sie nur von der Bundeszahnärztekammer zugelassene und getestete Produkte.

Röntgenstrahlen vermeiden

Röntgenaufnahme

Bild: Wesley Ferreira Oliveira – Freeimages.com

Es hat einige neue Schreckensmeldungen hinsichtlich Röntgenstrahlen gegeben, darunter eine Studie von 2012, die von einem möglichen Zusammenhang zwischen Röntgenstrahlen und bösartigen Hirntumoren berichtet.

Die amerikanische Krebsgesellschaft weist jedoch darauf hin, dass diese Studien nicht behaupten, Röntgenstrahlen würden Tumore tatsächlich verursachen und dass viele Studienteilnehmer sich vor sehr vielen Jahren Röntgenstrahlen ausgesetzt hatten, als deren Strahlenbelastung noch weitaus höher war als heute.

Röntgenuntersuchungen sind wichtig, denn nicht alle Leiden lassen sich nur dem bloßen Auge erkennen„, sagt Dr. Lee. So können z.B. Löcher zwischen den Zähnen bestehen, eine Zyste im Kiefer oder andere Krankheitsbilder. Wenn Sie sich um eine übermäßige Strahlenbelastung Sorgen machen, sprechen Sie mit Ihrem Zahnarzt über Wege, die Strahlenanzahl für Sie zu verringern.

Aufbewahrung Ihrer Zahnbürste in der Waschtasche

Es ist sehr wichtig, Ihre Zahnbürste hygienisch zu verstauen, bevor Sie sie in Ihre Reisegepäck legen. Für viele gute elektrische Zahnbürsten gibt es dafür z.B. ein passendes Reiseetui Genauso wichtig ist es auch, sie gleich wieder auszupacken, sobald Sie angekommen sind.

„Bakterien vermehren sich in feuchter Umgebung besonders schnell„, so Dr. Lee. „So sollten Sie zwar während des Transports eine Schutzhülle verwenden. Sobald Sie jedoch Ihr Ziel erreicht haben, ist es sehr wichtig, Ihre Zahnbürste sofort auszupacken und trocken aufzubewahren.

In Ihrem Hotelzimmer ist kein geeigneter Platz? Ein leeres Wasserglas oder eine Tasse tun es auch.

Apfelessig trinken

Apfelessig

Apfelessig ist Gift für die Zähne!

Viele Hollywood-Stars und Naturheilpraktiker schwören auf den Konsum von ungefiltertem Apfelessig, weil er angeblich wundersame Wirkungen auf Ihren Körper hat. Forschungen unterstützen diese Behauptung zwar nicht, Zahnärzte allerdings wissen: Die Essigsäure, die im Apfelessig steckt, ist Gift für Ihren Zahnschmelz.

Nach dem Genuss von Apfelessig reicht es nicht einfach aus, sich den Mund mit Wasser auszuspülen„, sagt Dr. Newgard. „Selbst dann werden noch nicht alle Schäden beseitigt, die nur ein einziger Schluck anrichtet. Ich bin der Meinung, man sollte es überhaupt nicht erst trinken.

(Unsere Empfehlung: Statt reinen Apfelessig zu trinken, versuchen Sie es doch einmal mit einer Vinaigrette oder nutzen Sie ihn, um Sonnenbrände zu beruhigen oder Chlorrückstände aus Ihren Haaren zu entfernen.)

Nicht zum Kieferorthopäden gehen

Wenn Sie einmal, als Teenager oder Erwachsener, eine Zahnspange tragen mussten, wissen Sie, wie wichtig es ist, diese solange zu tragen, wie es Ihr Kieferorthopäde empfiehlt – sei es nur nachts, für eine Woche oder für immer.

Zahnspangen verhelfen dem Patienten zu perfekten Zähnen„, sagt Dr. Newgard. „Doch dann hören sie damit auf, die Zahnspange nachts zu tragen, die Zähne verschieben sich und alles beginnt wieder von vorn.“ Tun Sie sich selbst einen Gefallen und begradigen Sie Ihre Zähne für immer.

(Sie tragen eine feste Zahnspange? Achten Sie unbedingt darauf, diese sauber zu halten: „Sie kann schnell zur Plaque-Falle werden„, sagt Dr. Newgard.)

Orangensaft am Morgen und dann Zähneputzen

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Die Säure von Zitrusfrüchten greift den Zahnschmelz an.

Sie starten gerne mit einem Glas Orangensaft oder dem gerade sehr angesagten Zitronenwasser in den Tag? Zähneputzen direkt nach dem Konsum kann den Zahnschmelz abtragen.

Das saure Milieu schwächt den Zahnschmelz, wodurch es leicht zu Erosionen kommen kann„, sagt Dr. Lee. „Neutralisieren Sie Ihren Mund zunächst mit Milch, Wasser oder einer Natronlösung – oder Sie warten einfach 30 Minuten.

Das Gleiche gilt, laut Dr. Lee, auch, wenn Sie sich einmal übergeben müssen, da Erbrochenes ebenfalls sehr viel Säure enthält. (Eklig, aber wahr!) Wenn Sie sich übergeben haben, spülen Sie Ihren Mund vor dem Zähneputzen gründlich aus.

Tägliches bzw. nächtliches Zähneknirschen ignorieren

Obwohl gemäßigter Bruxismus (wie man das Zähneknirschen oder Kieferschleifen auch nennt) sich gar nicht so tragisch anhört, können schwere Fälle von Zähneknirschen zu abgebrochenen Zähnen bis hin zu Kopfschmerzen, Kieferbeschwerden oder sogar Gesichtsveränderungen führen.

Es ist nicht einfach, herauszufinden, ob man nachts mit den Zähnen knirscht, wenn man nicht gerade vom Partner darauf hingewiesen wird. Aber Anzeichen wie Kieferschmerzen oder ein dumpfer, ständig wiederkehrender Kopfschmerz verlangen nach einem Zahnarztbesuch, der Ihnen dann eine passende Beißschiene anpasst, die sie vor weiteren Schäden schützt.

Rauchen

rauchen ist schlecht für die zähneSie wissen ja bereits, dass Rauchen Lunge und Herz schadet. Für den Fall, dass Sie einen weiteren Grund brauchen, um mit dem Rauchen aufzuhören: Neben schlechtem Atem und fleckigen Zähnen, ist, laut National Institute of Dental and Craniofacial Research, der bedeutendste Risikofaktor für Parodontitis (und dem damit einhergehenden Rückgang des Zahnfleischs, Knochenabbau und Zahnverlust) das Rauchen.

Schlimmer noch, das Rauchen kann außerdem die Chancen auf eine erfolgreiche Behandlung zunichtemachen, wenn Sie bereits unter Parodontitis leiden, da Nikotin die Abwehrkräfte Ihres Körpers schwächt.

Zahnarzt-Termine nicht einhalten

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Foto: Maria Clara Moraes – Freeimages.com

Sie gehen nicht gerne zum Zahnarzt? Der beste Trick, um die Angst vor einem bevorstehenden Zahnarztbesuch zu bekämpfen ist – zum Zahnarzt zu gehen.

Die meisten Patienten betreten nicht gerne die Praxis, weil Sie das Gefühl haben, dass zu viel gemacht werden muss„, sagt Dr. Newgard. „Wenn Sie alle sechs Monate Ihren Vorsorgetermin wahrnehmen, ist es sehr unwahrscheinlich, dass große Probleme auftreten.

Darüber hinaus gehen die meisten Zahnärzte immer mehr dazu über, entspannende Wellness-Umgebungen zu schaffen bis hin zu tiergestützten Therapien (d.h. ein Hund sitzt während der Behandlung neben Ihnen, um Sie zu beruhigen), um den Patienten unangenehme Gefühle zu nehmen. Suchen Sie sich am besten eine Zahnarztpraxis, in der sie sich rundum wohlfühlen.

Nicht ausreichend Wasser trinken

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Foto: Wilson Jr. Rosalin – Freeimages.com

Wenn Sie in einem Land leben, das sein Trinkwasser mit Fluorid anreichert (Deutschland gehört nicht dazu), haben Sie Glück: Dadurch kann schon so etwas Einfaches, wie Wassertrinken dabei helfen, Ihre Zähne zu stärken.

(Sie bevorzugen Wasser aus der Flasche? Einige Mineralwässer sind reich an Fluorid, andere nicht. Wenn auf der Flasche Ihres Lieblingswassers Fluorid nicht als Inhaltsstoff aufgeführt wird, ist es noch wichtiger, seine Zähne mit einer Fluoridhaltigen Zahnpasta zu putzen, so Dr. Newgard.)

Mit Wasser zu spülen und es zu trinken, ist ein wichtiger Vorgang, um angesammelte Zucker und Säuren von Ihren Zähnen zu entfernen.

Nicht genügend Kalzium und Vitamin D zu sich nehmen

Mineralien und Vitamine sind wichtige Bausteine für gesunde Knochen und Zähne, und deswegen auch so wichtig, um deren Stärke und Dichte im Alter zu erhalten – sie sind die wichtigsten Verbündeten der Knochen.

Laut der National Osteoporosis Foundation, benötigen erwachsene Frauen 1.000 bis 1.200 mg Kalzium und 400-1.000 IU (International Units) Vitamin D pro Tag aus Lebensmitteln, Sonnenlicht (Vitamin D) und Nahrungsergänzungsmitteln.

Konsultieren Sie Ihren Hausarzt bezüglich Ihres Nährstoffbedarfs und achten Sie darauf, dass Ihre Zähne und Knochen die notwendige Unterstützung erhalten.

Die falsche Mundspülung verwenden

Es gibt genauso viele Möglichkeiten, den angesammelten Dreck aus Ihrem Mund zu entfernen, wie es angesammelten Dreck im Mund gibt. „Kosmetische“ Spülungen z.B. wirken nur üblem Mundgeruch entgegen und verleihen Ihrem Mund einen angenehmen Geschmack.

Therapeutische Spülungen mit antimikrobiellen Wirkstoffen und Fluorid hingegen, können Ihnen tatsächlich dabei helfen, Gingivitis, Karies, Plaque und schlechten Atem zu bekämpfen. (Fluoridspülungen empfehlen sich nicht für Kinder unter 6 Jahren, da sie die Spülung runterschlucken könnten, anstatt sie auszuspucken.)

Quelle: Foxnews.com
Übersetzung: Robert M. / Elektrischezahnbuerste.org
Titelbild: Andriy Bezuglov – Fotolia.com
Apfelessig: Printemps – Fotolia.com