Eine gute Zahnpasta sollte die Zähne weißer machen, die sensiblen Zahnhälse schützen und zusätzlich noch gut schmecken. Dennoch darf die Zahnpasta nicht allzu teuer sein. Laut der Stiftung Warentest muss eine gute Zahnpasta noch nicht einmal sehr viel Geld kosten. Es wurden 20 verschiedene Zahnpasten für weiße Zähne sowie 10 universelle Zahnpasten getestet – das beeindruckende Resultat: Eine sehr gute Zahnpasta bekommt man schon für 0,45 Euro!

Eine gute Zahnpasta sollte unbedingt Fluorid enthalten

Im Supermarkt können sich Käufer zwischen einer aufhellenden Zahnpasta, einer Zahnpasta für sensible Zähne oder einer klassischen Universal-Zahnpasta entscheidet. Zum Glück können die Käufer nicht viel falsch machen – sie sollten nur darauf achten, dass in der gewählten Zahnpasta Fluorid enthalten ist.

Es wurde mehrfach nachgewiesen, dass dieser wichtige Inhaltsstoff unsere Zähne vor Karies schützt, den Zahnschmelz härtet und zudem antibakteriell wirkt. Laut der Stiftung Warentest müssen Käufer keine Angst haben, dass das Fluorid giftig oder schädlich ist. Viele Kunden verwechseln den Inhaltsstoff mit den giftigen Gas Fluor. Im Gegensatz dazu sind Fluoride Fluor-Verbindungen mit vollkommen anderen Eigenschaften. Die Sorge, dass das Fluorid Krebs erzeugt, ist wissenschaftlich nicht haltbar!

Alle von der Stiftung Warentest untersuchten Zahnpasten, die auf Fluorid verzichten und stattdessen pflanzliche Substanzen verwenden, wurden mit mangelhaft bewertet. Ob die pflanzlichen Alternativen überhaupt gegen Karies helfen, wurde laut Stiftung Warentest bislang noch nicht ausreichend nachgewiesen.

Weiße Zähne durch aufhellende Zahnpasta

Diese Zahnpasten sind besonders beliebt und deshalb testete die Stiftung Warentest gleich 20 unterschiedliche Weichmacher-Zahnpasten. Laut den Werbeversprechen sollen diese die Zähne sichtbar weißer machen, doch dies können die Pasten nicht. Dafür entfernen die Zahnpasten zuverlässig verschiedene Verfärbungen, die beispielsweise durch Tee oder Kaffee entstehen. Darüber hinaus legen einige Zahnpasten mittels zusätzlicher Farbstoffe, wie „Blue Covarine“, eine Art Schleier auf unsere Zähne, damit diese nicht mehr so gelb aussehen.

Folgende aufhellende Zahnpasten haben am besten abgeschnitten:

  • Die Odol-med 3 Zahnpasta Extra White (niedriger Abrieb, kostet 0,90 Euro pro Packung) bekam eine 1,5 (sehr gut)
  • Die Perlweiss Schönheits-Zahnweiß (mittlerer Abrieb, ab 3,60 Euro erhältlich) erhielt eine 1,4 (sehr gut)

Am schlechtesten wurde folgende Zahnpasta bewertet:

  • Die Logodent Naturweiß Zahncreme Pfefferminz (kostet 3,95 Euro) bekam eine 5,0 (mangelhaft)

Universelle Zahnpasten – reinigen die Zähne und entfernen Verfärbungen

Laut der Stiftung Warentest sind weißmachende Zahnpasten nicht wirklich nötig. Sogar universelle Zahncremes können die Zähne aufhellen. Bei den Tests schnitten vor allem 3 besonders günstige Zahnpasten vom Müller, Kaufland und Drogeriemarkt (DM) gut ab. Überaus empfehlenswert für Menschen mit freiliegenden Zahnhälsen ist die 2017 getestete universelle Zahnpasta Odol-med 3. Zwei Zahnpasten ohne das kariesschützende Fluorid erhielten eine Mangelhaft als Endnote.

Folgende universelle Zahnpasten bekamen eine sehr gute Bewertung:

  • Die Odol-med 3 Extreme Clean Tiefenreinigung (niedriger Abrieb, ab 1,97 Euro) bekam eine 1,5 (sehr gut)
  • Die Dontodent Kräuter vom DM (mittlerer Abrieb, ab 0,45 Euro) erhielt eine 1,4 (sehr gut)
  • Die Bevola Zahncreme Kräuter vom Kaufland (kostet 0,45 Euro) bekam eine 1,4 (sehr gut)
  • Die Senident Zahncreme Complete vom Müller (kostet 0,65 Euro) bekam eine 1,4 (sehr gut)

Die folgenden universellen Zahnpasten wurden als mangelhaft bewertet:

  • Die Karex bekam eine 5,0 (mangelhaft)
  • Die Alviana Zahncreme Bio-Kräuter erhielt eine 5,0 (mangelhaft)

Sensitiv-Zahnpasta hilft bei sensiblen Zähnen

Menschen mit freiliegenden Zahnhälsen oder empfindlichen Zähnen bevorzugen oftmals eine Sensitiv-Zahnpasta. Dank den schmerzlindernden Stoffen und dem niedrigen Abrieb putzen sie unsere Zähne spürbar schonender als herkömmliche Zahnpasten. Dennoch müssen Sensitiv-Zahnpasten nicht teuer sein – dies beweist der Test der Stiftung Warentest. Außer der beliebten Elmex Sensitiv Professional (kostet 3,95 Euro und bekam eine 1,9 als Endnote) gibt es bei einigen Discountern preiswerte und gute Alternativen.

Folgende Sensitiv-Zahnpasten haben gut abgeschnitten:

  • Die Friscodent Sensitive vom Aldi Süd (kostet 0,65 Euro) bekam eine 1,7 (gut)
  • Die Dentalux Complex 5 Sensitive plus vom Lidl (kostet 0,65 Euro) erhielt eine 1,7 (gut)
  • Die Eurodent Soft & Sensitive vom Aldi Nord (kostet 0,65 Euro) bekam eine 1,9 (gut)

3 unterschiedliche Arten von Zahnpasta

Das riesige Sortiment lässt sich grundsätzlich in 3 Zahnpasta-Arten unterteilen: universelle Zahnpasta, aufhellende Zahnpasta und sensitive Zahnpasta. Alle 3 Zahnpasta-Arten haben Gemeinsamkeiten sowie Besonderheiten.

Universelle Zahnpasten besitzen viele Talente

Universelle Zahnpasten sind der Standard für normale Zähne. Sie schützen diese vor Karies und versprechen viele positive Effekte für die Zähne und das Zahnfleisch. Entscheidend für die Wirkung dieser Zahnpasten ist das enthaltene Fluorid, denn dieses beugt Karies erwiesenermaßen vor.

Sensitive Zahnpasten eignen sich für Schmerz-Geplagte

Die speziellen Zahnpasten richten sich vorwiegend an Menschen mit einem empfindlichen Zahnfleisch und empfindlichen Zähnen. Im Durchschnitt ist von diesen Problemen fast jeder Vierte in Deutschland betroffen. Die häufigste Ursache dafür sind freiliegende Zahnhälse. Deshalb sollte eine sensitive Zahnpasta entsprechend sanft sein und entweder über einen niedrigen oder noch besser über einen sehr niedrigen Abrieb verfügen. Leider treffen diese Eigenschaften nicht auf alle sensitiven Zahnpasten zu. Sensitiv-Zahnpasten ohne Fluorid wurden von der Stiftung Warentest mit einer 5,0 (mangelhaft) bewertet, denn ihnen fehlt definitiv der nachgewiesene Karies-Schutz.

Aufhellende Zahnpasten versprechen viel

Einige Zahnpasten machen den Käufern Hoffnung auf deutlich sicherbar weiße Zähne. Diese aufhellenden Zahnpasten wurden von der Stiftung Warentest bereits mehrfach unter die Lupe genommen. Die meisten der getesteten Produkte schneiden gut und 2 davon sogar sehr gut ab. Allerdings machen die Zahnpasten die Zähne nicht „auf Knopfdruck“ weißer, sie entfernen stattdessen „nur“ einen Großteil der Verfärbungen.

Viele universelle Zahnpasten schafften dies laut der Stiftung Warentest genauso gut und sind sogar noch günstiger als die speziellen, aufhellenden Pasten. Einige Weißmacher-Zahnpasten lassen die Zähne sogar kurzfristig etwas weniger gelblich erscheinen, indem sie den Farbstoff „Blue Covarine“ auftragen. Zwei der getesteten Zahnpasten sind rabenschwarz, denn sie enthalten die aktuell im Trend stehende Aktivkohle. Sie schlagen sich im Test zwar gut, jedoch nicht so ganz gut wie andere Zahnpasten.

Fluorid ist der mit Abstand wichtigste Zahnpasta-Wirkstoff

Noch immer ist Karies die häufigste und auch schwerwiegendste Bedrohung für die Gesundheit unserer Zähne! Erwiesenermaßen funktioniert ein effektiver Schutz vor Karies stets am besten mit dem Wirkstoff Fluorid. Aus diesem Grund sollte jede Zahnpasta den Wirkstoff in einer möglichst effektiven Verbindung und in einer hohen Konzentration enthalten. Karies wird durch Plaque (bakterielle Zahnbeläge) verursacht und diese Bakterien ernähren sich hauptsächlich vom Zucker aus unseren Lebensmitteln. Plaque-Bakterien bilden Säuren und diese lösen die Mineralien aus unserem Zahnschmelz und schädigen ihn damit.

Nur mit einer fluoridhaltigen Zahnpasta ist ein effektives Entgegenwirken möglich. Das Fluorid hilft bewiesenermaßen dabei, dass die Zahnoberfläche die wichtigen Mineralien zurückbekommt. Zusätzlich macht der Wirkstoff unsere Zähne um einiges widerstandsfähiger gegen die schädlichen Säuren. Besonders gut geeignet für eine Karies-Prophylaxe sind Zahnpasten mit Natriumfluorid, Aminfluorid und Zinnfluorid. Darüber hinaus haben die Fluoride noch vorteilhafte, antimikrobielle Eigenschaften. Sie beugen somit Karies vor und wirken zusätzlich entzündungs- und plaquehemmend.

Eine universelle Zahnpasta, die von der Stiftung Warentest untersucht wurde, war mangelhaft aufgrund des fehlenden Fluorids. Obwohl es zahlreiche, qualitativ hochwertige Studien gibt, die die Schutzwirkung von Fluorid gegen Karies zweifelsohne belegen, verzichtet die „Dr. Bronner´s Pfefferminze Zahnpasta“ auf diesen wichtigen Wirkstoff. Auch andere vor Jahren getesteten Zahnpasten, wie die Logodent oder die Alviana, verzichten auf Fluorid und verwenden stattdessen pflanzliche Substanzen.

Der Abrieb einer Zahnpasta ist ein entscheidendes Kriterium

Der Anrieb darf bei der Wahl der geeigneten Zahnpasta auf keinen Fall zu kurz kommen. Zahnpasten sollen nicht nur den Zahnbelag lösen, sondern auch unschöne Verfärbungen (verursacht durch Zigaretten, Kaffee oder Schwarztee) entfernen. Zu diesem Zweck sind Putzkörper und Tenside in den Zahnpasten enthalten. Je nach Art, Form, Größe und Menge dieser Inhaltsstoffe haben die Zahnpasten einen unterschiedlich starken Abrieb. Für gesunde Zähne ist auch ein sehr hoher Abrieb nichts Problematisches. Bei empfindlichen Zähnen oder freiliegenden Zahnhälsen empfiehlt sich jedoch definitiv ein geringer Abrieb. Leider befindet sich diese wichtige Angabe in den meisten Fällen nicht auf den Verpackungen.

Was verspricht uns die Zahnpasta-Werbung?

Menschen, die ihre Zähne regelmäßig und gründlich putzen, beugen Plaque vor. Plaque-Bakterien sind die Grundlage für Zahnstein, Parodontitis, Zahnfleischentzündungen und für Karies. Viele Hersteller bewerben auf den Verpackungen oder Tuben weitere positive Effekte und tun so, als würden die Zahnpasten spezielle Stoffe gegen viele Probleme rund um die Mundhöhle und die Zähne enthalten. Die Tester der Stiftung Warentest haben deshalb sämtliche angegebene Inhaltsstoffe überprüft und untersuchten konkret, ob die enthaltenen Wirkstoffe auch tatsächlich die in der Werbung genannten Eigenschaften besitzen.

Die umfangreichen Untersuchungen von der Stiftung Warentest zeigen folgendes: Die Verpackungsangaben zu den pflegenden und kosmetischen Eigenschaften der Zahnpasten sind im Laufe der Jahre besser (realistischer) geworden. Früher versprachen die Hersteller noch wesentlich mehr.

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