Das österreichisch-amerikanische Start-up-Projekt Amabrush verspricht saubere Zähne in nur 10 Sekunden. Doch nach ersten Nutzerberichten kann die Effektivität in Frage gestellt werden. Was steckt hinter Amabrush und was leistet das Gerät wirklich?

Amabrush – Die vollautomatische Zahnbürste und ihre Tücken

Wie aus Berichten des Standards und T-Online hervorgeht, entpuppte sich das Produkt Amabrush als Fehlerhaft. Die vollautomatische Zahnbürste, leistet laut Angaben der Hersteller in nur 10 Sekunden das, was andere Zahnbürsten in Minuten vollbringen. Doch wie zutreffend sind die Berichte und wie zuverlässig ist die Amabrush wirklich?

Wer vier Minuten am Tag seine Zähne putzt, verbringt etwa 80 Tage des Lebens mit Zahnhygiene. Die Amabrush, eine vollautomatische Zahnbürste, soll diese Zeit enorm verkürzen. Das Produkt, entwickelt vom Österreicher Marvin Musialek, konnte in der Start-up Phase in kurzer Zeit weit über das gesetzte Ziel hinausschießen.

Bei der Verwendung wird eine Kapsel mit Zahnpastalösung an das Gerät gekoppelt. Die Amabrush in den Mund geführt, Zähne leicht zusammenbeißen und los. Der Zahnputz Vollautomat war direkt nach dem Release so beliebt, dass es zu Lieferengpässen kam. Verschiedene Nutzer fühlten dem Gerät auf den Zahn und bemängelten die Technik oder auch das Putzergebnis. Dabei sind viele Kritikpunkte durchaus fraglich.

Videovorstellung der Amabrush

Plaque-Test Note 6?

Ein Tester, welcher nach eigenen Angaben den Plaque-Test machte und dabei feststellte, dass die Amabrush kaum eine Verfärbung der Testflüssigkeit entfernte, kann schwer auf Echtheit geprüft werden. Auf der Seite des Standards wurden lediglich vorher- nachher Bilder veröffentlicht. Ob der User das Gerät richtig oder überhaupt benutzte, bleibt fraglich.

Vor dem Release der Amabrush testeten unabhängige Zahnmediziner und Wissenschaftler das Gerät auf seine Tauglichkeit und stellten dabei fest, dass das Ergebnis durchaus mit dem herkömmlicher Hand- und elektrischer Zahnbürsten zu vergleichen oder sogar besser sei.

Bezug auf wenige Nutzer in der Betaphase

Während viele Tester auf Youtube asiatische Kopien der Amabrush prüfen, gibt es ein Google Dokument, in denen hunderte Tester ihre Erfahrungen niederschreiben sollten. Nur ein Bruchteil von diesen hat ein Fazit abgegeben, weswegen die negativen Bewertungen durchaus auch auf Nutzerfehler zurückzuführen sein können.

Dem Erfolg keinen Zahn gezogen

Jeder Interessent sollte für sich selbst entscheiden, ob das Fazit unabhängiger Zahnmediziner und Wissenschaftler schwerer wiegt, als die Meinung von Testern auf Youtube. Laut Amabrush wird an einem Videotutorial gearbeitet, in dem das Unternehmen die Nutzung so erklärt, dass es jeder versteht. Die Lieferengpässe sollen zudem der Vergangenheit angehören: Laut aktueller Angaben ist nach Erweiterungen der Kapazitäten die Fertigung von 100 Geräten am Tag möglich.

Dem Erfolg der Amabrush wird durch die wenigen negativen Stimmen kaum Abbruch getan. Nach dem Ablauf der Betaphase wird es weitere Ergebnisse und Fazits zu dem Gerät geben. Bis dahin sind die herkömmlichen vier Minuten Zähneputzen pro Tag – am besten mit einer elektrischen Zahnbürste 😉 – und die Verwendung von Zahnseide gut investiert.