Wie die Tageszeitung Der Standard kürzlich berichtete, könnte schon bald das Ende für den Hersteller der vollautomatischen Zahnbürste drohen. Hat das junge Wiener Unternehmen falsche Tatsachen vorgetäuscht? Wir haben für Sie die aktuellsten Informationen zusammengefasst.

Hält die Zahnbürste, was sie verspricht?

Die Idee hinter Amabrush schlug auf dem Markt sofort ein. Anstatt minutenlanges Putzen von Hand soll die Wunderzahnbürste den Reinigungsvorgang innerhalb von nur 10 Sekunden erledigen. Bekannt wurde Amabrush durch Auftritte der Entwickler in diversen TV-Shows. Tausende Interessierte bestellten daraufhin das scheinbar innovative Produkt.

Die Anwendung sollte denkbar einfach sein: Das Mundstück wird eingesetzt, per Knopfdruck für 10 Sekunden eingeschaltet und schon kann man mit sauberen Zähnen in den Tag starten.

Video: Die Amabrush im Test

Zähneputzen in 10 Sekunden? Amabrush im Test – Review – DER STANDARD – youtube.com

In der Realität sieht das Ergebnis laut Aussagen einer Vielzahl an Kunden aber ganz anders aus. Amabrush soll keine deutliche Putzleistung erbringen. Das Produkt sei nach Aussagen tausender enttäuschter Kunden komplett nutzlos. Einige andere haben Ihre Bestellung erst gar nicht oder nur mit starker Verzögerung erhalten.

Warum sich jetzt die Staatsanwaltschaft einschaltet

Die Behörden haben nun Ermittlungen wegen des Verdachts auf schweren Betrugs aufgenommen. Wussten die Hersteller, dass ihr Produkt quasi wirkungslos ist und haben es trotzdem auf den Markt gebracht? Wenn ja, dann begingen sie dadurch eine strafbare Handlung, ein Prozess wegen Betruges droht. Und das gleich in mehreren Ländern. Ins Rollen gebracht wurde der ganze Sachverhalt durch einen Verbraucherschutzverein und Peter Kolba von der Partei Liste Jetzt. In Deutschland wird an einer Sammelklage gearbeitet, in Österreich soll die Klage durch den Verbraucherschutz erfolgen, da im Land keine klassischen Sammelklagen möglich sind. Betroffene können sich in beiden Ländern anschließen, um ihre Ansprüche geltend zu machen.

Wie geht es nun mit Amabrush weiter?

Amabrush selbst reagierte auf die Klage sowohl mit Ärger als auch mit dem Versprechen zur Verbesserung. Die Vorwürfe seien, laut einem Sprecher von Amabrush, absolut lächerlich. Man arbeitet gleichzeitig aber an einen ständigen Verbesserung der Technik des Produktes. Kommt es zum Prozess und wird dieser von den Klägern gewonnen, muss von Amabrush mindestens Schadensersatz bezahlt werden. Auch der ruf des Unternehmens wäre spätesten dann wohl endgültig ruiniert.